Ach du schöne Mosel – 3 Tage Kulinarik an der Mosel

„Schön Sie kennen zu lernen Frau Stanossek - wir freuen uns immer sehr, wenn wir auch junge Leute für die Mosel begeistern und vor Ort begrüßen können“

Mit diesen Worten begrüßte mich Christiane Heinen, die Pressereferentin der Mosellandtouristik GmbH, neben Gabi von der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, in Koblenz am Hauptbahnhof. Zugegeben, ein bisschen schmunzeln musste ich schon, immerhin bin ich Baujahr 82, trotzdem war ich wohl die Jüngste in der Runde. Es traf sich eine kleine aber feine Runde am Koblenzer Hauptbahnhof und ich war gespannt, wer alles dabei sein würde. Ich war die einzige Bloggerin, dementsprechend war meine Neugierde auf die ankommenden Journalisten groß. Es war ein offenes und herzliches Aufeinandertreffen, allerdings wurde sich erst einmal gesiezt, was ich persönlich ein wenig befremdlich fand, aber durchaus auch beherrschte.

Panoramablick, Moselsteisch und Weinprobe Nr. 1


Von Koblenz ging unsere Reise mit einem kleinen Bus, der uns für die kommenden drei Tage zur Verfügung stehen sollte, weiter durch meine geliebte Eifel, Richtung Mosel. Unser erster Stop war in Zeltingen-Rachtig, hoch oben in den Weinbergen, von wo wir eine fantastische Aussicht auf die Mosel genießen konnten.

Mosel Rachtig
Neben der wunderbaren Aussicht, bei bestem Wetter gönnten wir uns ein Päuschen inklusive Weinbergspicknick in der Sonne. Auf dem Speiseplan stand Moselsteisch, ein typisches regionales Gericht, bestehend aus Sauerkraut, Zwiebeln, Kartoffelpüree, Kassler und Wurstspezialitäten, welches Markus Reis vom Zeltinger Hof für hungrige Gäste immer bereit hält. Zu dem leckeren Essen, gab es - wie könnte es auch anders sein - für jeden ein kleines Fläschchen Riesling, so dass aus einigen Sies ganz schnell ein Du wurde, was ist sehr begrüßte, da es einfach persönlicher und netter ist, in so einer kleinen Runde.

Mostelsteisch
Gestärkt ging es nach dem Picknick zu Fuß durch die Weinberge in den Ort hinunter, wo unser Bus bereits auf uns wartete. Die Fahrt dauerte nicht lange und wir erreichten in Bernkastel-Wehlen das Weingut Kerpen, wo uns Martin Kerpen samt Gattin herzlich empfingen uns durch den Weinkeller führten und anschließend im Gastgarten zu einer Weinprobe einluden. Das Weingut Kerpen gehört zum Bernkasteler Ring
, einer Vereinigung von 34 Weingütern an Mosel, Saar und Ruwer. Nach dem gemütlichen Beisammensein ging es für uns weiter ins benachbarte Bernkastel-Kues und ins Hotel. Für die kommende Nacht war das Burgblickhotel unser zu Hause, welches leider keinen Aufzug besaß. Mein Zimmer lag im dritten Stock und daher war ich sehr froh, dass ich die Meisterin des kleinen Gepäcks bin , denn so war es für mich kein Problem mein Köfferchen unter das Dach zu tragen. Als ich die Zimmertür öffnete war ich sehr überrascht und erfreut. Das Zimmer war schön hell, modern und sah sehr modern aus. Ich habe mich gleich wohl gefühlt und fand es ein bisschen schade, dass wir direkt weiter zum Abendessen mussten.

Bernkastel-Kues
Speisen bei einem Sternekoch und die Erkenntnis - Ich mag immer noch nichts aus dem Meer

Unser Abendessen sollte ein kulinarisches Highlight werden, wir waren zu Gast bei Sternekoch Thomas Schanz in Piesport. Das Restaurant war sehr hübsch und bietet maximal Platz für 30 Gäste. Der Chef selbst kocht mit und hat um sich herum noch 4 weitere Köche. Oberstes Ziel für Thomas Schanz ist der Spaß an der Arbeit: "Es muss mit Leidenschaft gekocht werden." Natürlich freut er sich über ein volles Restaurant und gute Bewertungen. Sein Hauptziel für die Küche lautet: "Niveau halten oder toppen." Und dass das Niveau hoch war, davon konnten wir uns den ganzen Abend lang überzeugen. Ein Blick auf die Speisekarte führte mir jedoch vor Augen, was ich mir insgeheim schon gedacht hatte: Es gab Fisch. Ich habe kurz überlegt, ob ich direkt sage, das ich keinen Fisch mag und diesen ungerne essen würde, oder ob ich ihn wenigstens probiere. Da ich gut erzogen bin, habe ich mein Menü nicht ändern lassen und tapfer den Amuse-Gueule , hier in der neuen Version der mise en bouche probiert bzw. runtergeschluckt. Es war nicht so mein Fall. Trotzdem habe ich den anderen beiden sehr hübsch angerichteten Fischvorspeisen eine  Chance geben und brav probiert. Ich werde wohl kein Fischfreund, da hilft auch ein Sternkoch nicht. Dann kam jedoch der Hauptgang, Eifeler Rehrücken und der war wirklich ein Gedicht, anders kann ich es nicht beschreiben. So zart und auf den Punkt, dass er auf der Zunge zerschmolzen ist. Ebenso der Nachtisch, der war auch sehr sehr gut.


Sternekoch Schanz
Nach dem Essen kam der Chef an unseren Tisch und stand für all unsere Fragen Rede und Antwort. Ich war überrascht, wie jung er noch war, gerade mal zwei Jahre älter als ich.


Eine Mini-Stadtführung, ein Besuch in der Kochschule und Weinproben
Am nächsten Morgen gab es ein leckeres Frühstück und wir konnten gestärkt in den Tag starten - mir war zu dem Zeitpunkt nicht klar, dass ich abends kein Essen mehr sehen konnte. Da wir uns gerade in Bernkastel-Kues befanden, lag es natürlich nahe, eine Stadtführung zu bekommen. Diese fiel jedoch, auf Grund des doch sehr (zu) straffen Programms, eher minimalistisch aus, war aber sehr interessant.

Mit unserem kleinen Bus ging es weiter nach Traben-Trabach zum Moselschlösschen. In der hauseigenen Kochschule haben wir unter Anleitung ein dreigängiges Mittagsmenü gezaubert, dass sich durchaus sehen lassen konnte. Das Moselschlösschen ist schön gelegen und da das Wetter gut war, nutzen wir Möglichkeit, auf der Terrasse zu essen. Leider konnten wir auch hier nicht all zu lange verweilen, da wir weiter mussten. Das Programm für den Tag war noch nicht zu Ende.


Moselschlössschen_


Moselschlösschen
Der Weinbergpfirsich


Von Traben-Trabach ging es weiter nach Bremm. Hier führte uns unser Weg zu zwei unterschiedlichen Hofläden, die allerdings eins gemeinsam hatten: den Weinbergpfirsich. Das Weingut Markus Dreis empfing uns mit einem sehr leckeren Weinbergsecco, der Hofladen von Bärbel und Thomas Unzen mit Pralinen. Es tat uns ein wenig leid, aber nachdem wir kurz vorher erst ein Drei-Gänge-Menü hatten, fiel uns essen und probieren ein wenig schwer, obwohl die Sachen wirklich alle sehr lecker waren. Zum Glück gab es in beiden Hofläden ein kleines Mitbringsel, so dass wir zu Hause noch einmal richtig genießen konnten.

BREVA und ein leckeres Abendessen


Auf dem Weg Richtung Cochem, unserem Übernachtungsort für die zweite Nacht, machten wir noch Halt in Ernst. Hier besuchten wir die Vinothek des Vereins BREVA, ein Zusammenschluss der Orte Bruttig, Ernst und Valwig.

BREVA
Von Ernst ging es dann zum Hotel Müller, das direkt an der Mosel liegt. Man kam sich ein bisschen vor wie am Drachenfels bei Königswinter. Es war sehr touristisch, aber auch das muss man einmal erlebt haben. Nach einer kurzen Dusche, ging es schon wieder in den Bus und zurück nach Ellenz zur Villa Hausmann, dem Ferienweingut. Hier genossen wir - da wir auch völlig ausgehungert waren - ein typisches Winzeressen und dazu vorzüglichen Wein. Spätestens seit dem Abendessen bin ich ein großer Fan des
Blanc de Noir.


Zurück in Cochem, hab ich es mir noch ein bisschen auf meinem Balkon gemütlich gemacht, bevor ich begann meinen Koffer zu packen. Denn für mich endete die kulinarische Reise bereits am nächsten Morgen nach Frühstück, da es für mich mittags Richtung Flughafen und nach London ging.


Cochem
Abschließend kann ich sagen, dass ich die Zeit an der Mosel in den zwei Tagen sehr genossen habe und defintiv bald wieder kommen werde - dann aber mit Olli.


Hinweis: auf die kulinarische Reise an die Mosel, wurde ich von den Gastlandschaften Rheinland-Pfalz und der Mosellandtoristik GmbH eingeladen - vielen Dank dafür!

Geschrieben von: Sharmila
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Kommentare

  1. Neni

    16. September 2015

    Der gedeckte Tisch sieht wirklich sehr einladend aus! :)


  2. Sharmila

    17. September 2015

    Es war auch sehr gut ;-)


  3. Nord-Peru Reisen

    27. Oktober 2015

    Was für ein toller Artikel und Photos !! Du hattest bestimmt eine tolle Zeit, mit schönen Hotels, guten Restaurants und Kochkurs. Wenn ich das nächste Mal nach Deutschland komme, muss ich wirklich mal eine ausführliche Deutschland-Reise machen …


  4. Sharmila

    28. Oktober 2015

    Vielen Dank! Die Reise war in der Tat wunderbar und ich hatte eine gute Zeit! VG, Sharmila